Geschichte  .

Die Karibik umfasst 30 Inseln und Inselgruppen mit Dutzenden von verschiedenen Sprachen, sowie indigenen, europäischen, afrikanischen, chinesischen, indischen, jüdischen und amerikanischen Einflüssen. Trotz ihrer Lage in Südamerika zählen die Stadt Cayenne (Department Französisch-Guayana), die Staaten Guyana und Suriname - angrenzend an die karibische See - geografisch und ideologisch zur Karibik. Nach der Kolonisierung der Inseln im 15. Jahrhundert starben die Ureinwohner vielerorts aus, und an ihre Stelle traten versklavte Afrikaner.

Ab 1843, nach der Abschaffung der Sklaverei, bis hinein in das 20. Jahrhundert wurden verschiedene Nationalitäten aus Europa, Asien als auch Nahost vom Staat und von privaten Unternehmern geholt, um Arbeitskräfte zu sichern, da die neu befreiten Afrikaner sich Arbeiten außerhalb der Plantagen suchten. Geprägt durch diese Geschichte wurde die Karibik zu einem Schmelztiegel verschiedener Rassen. Die Erforschung der karibischen Kultur, die "creolization", das Vorhandensein oder das Fehlen eines "ethnischen Pluralismus" findet heute zunehmendes Interesse nicht nur bei Historikern.


Obwohl die geschichtliche Entwicklung in jeder einzelnen Region von Kuba bis Guyana anders verlief, gibt es ein gemeinsames Ziel, nämlich Vorurteile und Klischees, besonders in Hinblick auf Kunst und Kultur, zu beseitigen und die Karibik aus einer karibischen Sicht zu sehen. In Nordamerika wird karibische Kunst bereits akzeptiert und gewürdigt, so z. B. in der Wanderausstellung Soon Come: The Art of Contemporary Jamaica. In den Jahren 2000- 2002 stellte sie in den USA lebende jamaikanische Künstler wie z. B. Cecil Cooper, David Boxer und Milton George vor.

Die Biographien und Stile der karibischen Künstler sind so unterschiedlich wie die karibischen Regionen. Einige sind Absolventen der Edna Manley School for Visual and Performing Arts in Kingston, Jamaika, der L'École de la Beauté in Haiti oder anderer Kunsthochschulen. Andere sind Autodidakten, sie malen seit ihrer Kindheit und verkaufen ihre Bilder auf Märkten oder in Galerien. Einige arbeiten im so genannten "naiven" oder folkloristischen Stil, andere realistisch oder abstrakt. Sie alle sollen aufgrund ihrer Kunst bewertet werden ohne ihre Herkunft, ihre Ausbildung oder das Fehlen einer solchen als Maßstab zu nehmen.